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Tipp des Monats

 
Der Markisenmann

Der Markisenmann

von Weiler, Jan

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Als der eigenwillige, introvertierte aber äußerst ehrgeizige Ermittler Ronan Prad von der Gendarmerie Maritime in Penec an die raue, nordbretonische Küste gerufen wird, deutet alles auf einen routinemäßigen Einsatz. Am Strand wurden zwei Leichen angeschwemmt, deren Identitäten auf Flüchtlinge aus dem berühmten Lager bei Calais schließen lassen. Die parallel ablaufende Suche nach einem einheimischen Fischer, mit der Ronan und sein Kollege Loig ebenfalls betraut sind, erhält neue Brisanz, als ein gesunkenes Schiff geortet wird.

In dem Roman von Fatma Aydemir geht es um die Gastarbeiterfamilie Yilmaz, beziehungsweise, um deren einzelnen Familienmitglieder. Die Mutter und die vier Kinder finden nach dem Tod des Vaters Hüseyin wieder in der Türkei zusammen. Durch dieses tragische Erlebnis werden alte Wunden aufgerissen und die einzelnen Figuren hinterfragen ihre Herkunft/Identität und die Beziehung zu ihrem Vater — zu Deutschland und ihre eigenen Idealen. Gleichzeitig widmet sich  die Autorin den verschiedenen Persönlichkeiten jedes einzelnen Kindes und schenkt so einen vielschichtigen Erzählstrang.

Es soll der langersehnte, notwendige Neuanfang  in einer neuen Stadt für Erik Lange werden, als er beschließt, die kleine Buchhandlung am Marktplatz in Neukirchen zu übernehmen. Ein einschneidendes Ereignis aus der Vergangenheit zwingt ihn, neu anzufangen, seine Heimat und Familie hinter sich zu lassen. Schnell ist Erik unter den Leuten bekannt, engagiert sich in örtlichen Vereinen und trifft sich abends mit seinen neuen Freunden.

Das Seeblickcamping "Am roten Strand" ist für viele der perfekte idyllische Urlaubsort, für manche jedoch ist es schier die Hölle auf Erden.   Es ist auch der Ort, an dem die Ermittler Ben Neven und Christian Sandner einen entführten Jungen aus den Klauen eines Pädophilenrings befreit haben und einen möglichen Drahtzieher in Haft nehmen konnten. Auch wenn Herr Landmann, rund um die Geschehnisse in seinem Wohnwagen, beharrlich schweigt, offenbaren die laufenden Ermittlungen, Verbrechen schier unvorstellbaren Ausmaßes.

Was für ein Buch! Gleich die erste Seite hat mich völlig reingesogen in diese Geschichte, denn: Wir begegnen einem übermenschlich großen Bären auf einem alten Bauernhof, und ihm gegenüber steht bloß ein junger Bub mit seiner Armbrust. Kann er viel ausrichten? Eher nein, stattdessen entflieht der Bär sogar in die hohen Berge und Wilhelm und Walter Tell ihm hinterher… leider erfolglos. Der Bär ist vom Berg verschluckt und erstmal nicht mehr zu sehen.

Flucht ist die letzte radikale Entscheidung, die man in einem Leben treffen kann.              Aleida  Assmann                                                                          (Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2018)